Pünktlich zum Oktoberfest lockt das Gründer- und Start-up-Event Bits & Pretzels wieder ein internationales Publikum nach München. Vom 25. bis 27. September 2016 treffen sich Investoren, Gründer und Presse im ICM auf dem Gelände der Messe ...

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Auf geht’s, pack mas! Bits & Pretzels geht in die 3. Runde

Pünktlich zum Oktoberfest lockt das Gründer- und Start-up-Event Bits & Pretzels wieder ein internationales Publikum nach München. Vom 25. bis 27. September 2016 treffen sich Investoren, Gründer und Presse im ICM auf dem Gelände der Messe München, um sich in Sessions und beim Networking auszutauschen.

 
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Hochkarätige Konferenz mit Festival-Flair

Was 2014 als gemütliches Weißwurstfrühstück für die Münchner Szene ins Leben gerufen wurde, ist mittlerweile ein dreitägiges Festival mit internationalem Publikum.
Die diesjährige Bits & Pretzels hat eine Vielzahl interessanter Speaker aus den verschiedensten Ländern. Den Anfang macht am kommenden Sonntag der berühmte US-Schauspieler, Produzent und Investor Kevin Spacey, der die Veranstaltung mit Keynote und anschließender Q&A Session eröffnet.

Doch er ist nicht der einzige spannende Gastredner, den die Konferenz zu bieten hat: Unter anderem werden Richard Branson (Founder Virgin Group), Nathan Blecharczyk (Co-Founder & CTO airbnb), Mitchell Baker (Executive Chairwoman Mozilla) und Jochen Schweizer (Founder & Chairman Jochen Schweizer Group) ihre Erfahrungen mit den Besuchern teilen.

Sechs Cluster und ein heißer Pitch

Um allen Bereichen der Start-up-Szene gerecht zu werden, gibt es dieses Jahr sechs Cluster, die jeweils ein digitales Trend-Thema abbilden:

Zu jedem dieser Cluster wird es interessante Podiumsdiskussionen, Workshops mit Vertretern aus Branche und einen Pitch Contest geben.

Der Pitch Contest, der im Rahmen der diesjährigen Bits & Pretzels stattfindet, lockt mit einem Platz in der Extreme Tech Challenge auf Necker Island. Doch um diesen Preis zu gewinnen, müssen sich die Start-ups zuerst am Sonntag gegen ihre Konkurrenten aus den eigenen Reihen durchsetzen und dann am Montag auf der Hauptbühne den Gewinnern der anderen Cluster stellen. Ein Wettbewerb, der Spannung verspricht – nicht nur für die Pitch-Teilnehmer.

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Dresscode: Dirndl oder Lederhosn

Neben all der Internationalität kommt auch die bayrische Lebensart nicht zu kurz. Immerhin ist gerade Oktoberfest und das heißt, Dirndl und Lederhosn sind allgegenwärtig. So auch auf der Bits & Pretzels, denn mit der richtigen Tracht ist man in Bayern eigentlich sowieso immer gut angezogen – vor und nach der Veranstaltung.
So passt auch das Rahmenprogramm des diesjährigen Events hervorragend zu München: Afterparty auf der Praterinsel, Sportfreunde Stiller Konzert und natürlich der abschließende Wiesn-Besuch am Dienstag, bei dem mehr als 200 Table Captains wieder für einen spannenden Austausch an ihren Tischen sorgen. Ein gelungener Abschluss, der nochmal betont, was neben all den Workshops und Vorträgen im Fokus steht: Networking.

Auch ich werde dieses Jahr für d.Tales und den PR-Blogger dabei sein und auf Twitter (@dtales, @FranziStadler) und hier im Blog über die Bits & Pretzels berichten.
Mia sehgn uns auf da Bits & Pretzels 2016!

Daten & Fakten im Überblick

Was? Gründer-Festival Bits & Pretzels
Für wen? Gründer, Gründungsinteressierte, Investoren
Wo? Internationales Congress Center der Messe München (ICM), Oktoberfest
Wann? 25.-27.9.2016

 

Bildquelle: Screenshots Bits & Pretzels

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Spiegelneuronen sorgen für Content Empathie

Kommunikation braucht Empathie, also Einfühlungsvermögen in das Gegenüber. Auch bei der Content Produktion ist es von großem Vorteil, wenn man sich in den Content Empfänger hineindenken kann. Da wäre es doch gut zu wissen, wie Empathie entsteht.

 

Menschen übernehmen automatisch Gefühle voneinander, die Emotionen gleichen sich an. Gefühle sind ansteckend, sagen wir auch. Verantwortlich dafür sind Spiegelneuronen. Immer dann, wenn wir Kontakt mit anderen Menschen haben, schalten sich unsere Hirne zusammen. Der Volksmund weiß dies schon lange. Er spricht von gleicher Wellenlänge oder gleicher Chemie.

Und welch gute Nachricht, die positiven Gefühle breiten sich leichter aus. So sollten bei einem Experiment die Versuchspersonen Menschen auf der Straße anlächeln oder ihnen ein Stirnrunzeln zeigen. 52 Prozent der angelächelten Passanten lächelten spontan zurück. Das Stirnrunzeln hingegen wurde nur in sieben Prozent der Fälle erwidert.

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Spiegelneuronen haben wir fast überall im Gehirn

Erst seit wenigen Jahren wissen wir, was dabei im Hirn passiert. Im Jahr 1992 entdeckte ein Forschungsteam der Universität Parma unter Giacomo Rizzolatti dieses Phänomen eher zufällig bei Versuchen mit Affen.

Später wurden Spiegelneuronen in immer größerer Zahl auch bei Menschen entdeckt, sogar in unseren Schmerzzentren. So spüren wir den Schmerz der anderen in uns selbst. Wir leiden mit – und wollen denen helfen, die uns nahe sind. Entfernter Schmerz hingegen lässt uns vergleichsweise kalt.

Spiegelneuronen, so der Psychoneuroimmunologe Joachim Bauer, sind „Nervenzellen, die im eigenen Körper ein bestimmtes Programm realisieren können, die aber auch dann aktiv werden, wenn man beobachtet oder auf andere Weise miterlebt, wie ein anderes Individuum dieses Programm in die Tat umsetzt“.

Emotionale und motorische Spiegelneuronen

Wir erleben also das, was andere fühlen, in einer Art innerer Simulation. Dafür sorgen die emotionalen Spiegelneuronen. Merken wir etwa, dass jemand schlecht über uns denkt, dann werden wir ihn nicht mögen und Abstand halten, ohne zu wissen, warum. Merken wir hingegen, dass jemand uns mag, dann freuen wir uns so sehr darüber, dass wir ihn umgehend mit Gegenliebe belohnen.

Zudem gibt es motorische Spiegelneuronen, die nachmachen, was andere vormachen. Dies führt zu spontaner Imitation, zum Gleichschritt in einer Gruppe und zur Kopie von Duktus und Habitus. So öffnen wir automatisch den Mund, wenn wir ein Baby füttern wollen, damit es sein Mündchen öffnet. Motorische Spiegelneuronen machen insbesondere Kinder zu Imitationskünstlern.

Sich spiegelnde Reaktionen haben einen enormen Überlebenswert. Wenn andere Angst zeigen, kann es gute Gründe geben, auf der Hut zu sein, auch wenn man selbst keine Gefahr wittert. So entwickeln wir, wenn wir ein ängstliches Gesicht sehen, in uns die gleiche Erregung, allerdings weniger intensiv. Auf diese Weise entsteht übrigens Massenpanik.

Empathie: Einfühlungsvermögen und Mitgefühl

Spiegelphänomene machen alle erdenklichen Situationen vorhersehbar. Und sie erzeugen Empathie. Empathie bezeichnet die Fähigkeit, Gefühle und Motive anderer Menschen zu erkennen und zu verstehen. Es geht dabei also sowohl um Einfühlungsvermögen als auch um Mitgefühl.

Empathie schützt uns nicht vor Irrtümern, kommt aber der Realität oft sehr nahe. Die meisten Menschen haben ein feines Intuitionsradar für richtig und falsch. Vor allem die Augen anderer spielen dabei eine Rolle. Denn Augenbewegungen verraten Handlungsabsichten.

Und Tonfall, Gestik und Mimik erzählen Geschichten über Gedanken. Diese Sprache verstehen wir auch ohne Worte. Daraus folgt: Wenn man Leuten von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht, ist es viel schwieriger, unlautere Absichten zu verbergen. Reale Begegnungen geben uns also größere Sicherheit und werden deshalb favorisiert.

Wirkungsschlüssel in der Kommunikation

Die Gefühle anderer nachempfinden und angemessen darauf reagieren zu können, scheint eine Schlüsseleigenschaft beim Aufbau von Sympathie und Vertrauen zu sein. Spiegelzellen zu haben, die tatsächlich spiegeln, ist demnach im Kundenkontakt äußerst hilfreich.

Fehlendes Einfühlungsvermögen hingegen ist eine bedeutende Ursache für inkompetentes Führungsverhalten, missglückende Kommunikation und schlechte Verkaufsergebnisse. Negative Gedanken oder Gefühle, die wir hegen, werden sich sogar auf den Content übertragen, den wir produzieren.

Und: Nachdem wir nun wissen, dass jede Art von Gefühlen ansteckend ist, sollten wir uns gut überlegen, von wem wir uns anstecken lassen. Dies betrifft den privaten Bereich natürlich genauso wie das Arbeitsumfeld.

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Servicemiseren entstehen durch Führungsmiseren

Spiegelneuronen erklären wohl auch das Entstehen von Kohortenverhalten und Gruppenzwängen innerhalb einer Unternehmenskultur, in der (fast) alle wie geklont auf eine mehr oder weniger ähnliche Weise agieren. So erscheint die Vorbildfunktion der Oberen nun in einem ganz neuen Licht.

Deren Tun färbt maßgeblich auf die Mitarbeiter ab. Schon ein einziger Hardliner in der Geschäftsleitung kann die Kultur eines ganzen Unternehmens vergiften. Und meist dauert es auch nur wenige Tage, dann behandeln die Mitarbeiter ihre Kunden genauso, wie sie selbst von ihren Chefs behandelt werden.

Die meisten Probleme im Umgang mit Kunden haben ihren Ursprung also drinnen in den Unternehmen. Wo die Unternehmenskultur schlecht ist, da wollen auch keine Kunden sein. Denn dicke Luft kann man spüren. Wenn es hingegen den Mitarbeitern gut geht, dann überträgt sich das auf die Kunden. Und kommunikative Überzeugungsarbeit wird leicht.

 

Bildquelle: Shutterstock 

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Warum Vorfreude beim Kaufen so wichtig ist

Wenn das Belohnungssystem jubelt, sind wir voll Zuversicht und glauben an den Erfolg. Wem es gut geht, der öffnet sich für Informationen, verzeiht Patzer und zeigt Großmütigkeit. Deshalb sitzt im Gute-Laune-Modus das Portemonnaie auch so locker. Dafür sollten wir in der Kommunikation nicht nur die Freude nach einem Kauf, sondern auch die Vorfreude befeuern.

 

Eigentlich ist alles ganz einfach. Unser Hirn will überleben. Zu diesem Zweck arbeitet es, wie ich im letzten Beitrag schon dargelegt habe, nach zwei Prinzipien:

  • Weg von allem Negativen, das Seele, Leib und Leben bedroht.
  • Hin zu allem Positiven, das Lust und Lebensfreude verspricht.

Deshalb bevorzugt unser Oberstübchen freundliche Gesichter, schöne Worte und positive Beziehungen. Sein ultimatives Ziel ist die Überführung von genetischem Material in die Zukunft. Von daher belohnt es uns für erfolgreiches Verhalten mit einem Cocktail von Glückshormonen. So suchen wir zielstrebig nach Merkmalen, die uns das gute Gefühl geben, die bestmögliche Entscheidung gefällt zu haben.

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Das Belohnungserwartungssystem nähren

Unser Denkapparat ist mit zwei Belohnungszentren ausgestattetet: eines für die Vorfreude und eines für die „Nachfreude“. Die Vorfreude drückt sich in Verlangen aus. Sie gibt uns den Antrieb, ein begehrenswertes Ziel tatsächlich erreichen und ein tolles Produkt unbedingt haben zu wollen.

Das Belohnungserwartungssystem signalisiert also: Vergnügen voraus. Aber es wartet nicht gern. Das, was uns Gutes verheißt, wollen wir am liebsten sofort. Belohnungsaufschub ist für unser Hirn Schwerstarbeit und verlangt eine gehörige Portion an Impulskontrolle. Deshalb sollte es vor allem dann, wenn Wartezeiten unumgänglich sind, regelmäßig befeuert werden. Der Adventskalender ist ein sehr geglücktes Beispiel dafür.

Auch passender Content kann helfen, jede Form von Warten erquicklich zu machen. Vor allem für diejenigen, die etwa auf bestellte Möbel, das Eigenheim, die Wiedereröffnung eines zu renovierenden Restaurants oder das selbst konfigurierte Auto längere Zeit warten müssen, sollte es so etwas wie einen vorfreudestimulierenden Countdown geben.

Weniger versprechen, mehr als erwartet geben

Alles, was uns einen unerwarteten Glücksmoment schenkt, zählt mindestens doppelt. Besser-als-erwartet-Überraschungen kommen dabei besonders gut weg. Wenn Sie etwa eine Gehaltserhöhung in Höhe von 50 Euro erwarten und dann 100 Euro erhalten, sind Sie hocherfreut. Haben Sie 200 Euro erwartet, jedoch nur 100 Euro bekommen, hält sich das Entzücken über den an sich gleichen Betrag hingegen in Grenzen.

Deshalb gilt in der Kommunikation: Lieber weniger versprechen und mehr erbringen. Viele Anbieter machen es leider genau andersherum. Wer aber nicht halten kann, was er verspricht, sollte es besser erst gar nicht versprechen. Denn jedes nicht eingehaltene Versprechen schädigt einen Anbieter und seine Marken.

Das betrifft zum Beispiel auch Slogans. „Nonstop you“ von der Lufthansa ist so ein falsches Versprechen. Das Bordpersonal kann sich nicht vom Start bis zur Landung um jeden einzelnen Passagier kümmern – schon gar nicht in der Economy-Klasse. Enttäuschungen sind somit vorprogrammiert.

Glücksmomente machen uns süchtig

Beide Belohnungsteilsysteme sind von Natur aus auf Steigerung angelegt und werden von Glückshormonen befeuert. Diese körpereigenen Opiate, den Drogen chemisch sehr ähnlich, geben uns ein wohliges Gefühl, sie machen uns – je nach Art und ausgeschütteter Menge – fröhlich, glücklich, euphorisch, ekstatisch.

Und sie machen uns süchtig. Davon wollen wir mehr. Diese Strategie der Natur hilft uns nicht nur, zu überleben, sie kann auch unsere Lebensqualität erheblich verbessern. So tun die Menschen am allerliebsten das, wofür eine Belohnung in Aussicht steht. Und damit ihnen der Verstand nicht dazwischenkommt, kann das Belohnungssystem diesen kurzzeitig blockieren.

Bei der Auswahl und im Kaufprozess siegt demnach das Produkt, dessen neuronales Feuerwerk uns das größte emotionale Wohlgefühl verspricht. „Ohne Belohnung kein Verhalten“, schreibt der Neuropsychologe Christian Scheier in seinem Buch „Codes“.

Was „nur“ gefällt, führt nicht zwangsläufig zu einer Aktion. Etwas, wofür eine Belohnung in Form eines guten Gefühls in Aussicht steht, hingegen schon. „Interessiert mich nicht“ würde dann eigentlich heißen: Mein Belohnungssystem springt nicht darauf an.

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Kaufreue besiegen und Nachfreude feiern

Das Nachfreude-Belohnungssystem versorgt uns mit Hochgefühlen bei erfolgreich vollbrachter Tat. Es lässt uns Freudentänze tanzen. Es lässt Tränen der Seligkeit fließen. Und es lässt uns großherzig werden. Dieser Zustand kann, und das ist ganz leicht, weiter angeheizt werden. Bei Apple beispielsweise werden die, die ihr Objekt der Begierde ergattern konnten, euphorisch beklatscht.

„Es war ein Vergnügen, mit Ihnen zu telefonieren“, kann die Callcenter-Mitarbeiterin sagen. „Es macht gute Laune, mit Ihnen zu verhandeln“, kann es selbst in einem schwierigen Beratungsgespräch heißen. Im Modehaus Breuninger packt man den Kunden auch Dinge, die sie „nur“ für sich selbst kaufen, schön als Geschenk ein, damit sie das Auspacken zu Hause zelebrieren können.

Bei einem Optiker steht eine Klingel, wie man sie von verwaisten Hotelrezeptionen kennt. Hat ein Kunde eine Brille gekauft, bittet man ihn, daraufzuhauen. „Herzlichen Glückwunsch“, rufen die Mitarbeiter daraufhin fröhlich im Chor. So einfach kann es sein, etwaige Kaufreue zu zähmen und Nachfreude zu nähren.

Bei einem Motorradhändler, den ich besuchte, wurden reparierte Maschinen in einem schmuddeligen Windfang übergeben. Besser wäre triumphale Musik, wenn der Besitzer stolz wie Oskar mit seinem Feuerstuhl die Werkstatt Richtung Abendsonne verlässt. Und dies sind jetzt nur ein paar Beispiele von vielen.

 

Bildquelle: Shutterstock

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Der Stoff, aus dem Kauflust entsteht

Content soll konvertieren: neugierig machen, Interesse wecken, Begehren erzeugen. Fakten sorgen dabei für Erkenntnisse, erst Emotionen bringen ins Handeln. Ohne Emotionen könnten wir Entscheidungen überhaupt nicht treffen. Sie sind nicht nur in allen Entscheidungen vorhanden, sie sind sogar deren treibende Kraft.

Jeder Reiz, der über die Sinne unsere Hirnwindungen flutet, wird in blitzschnellen Schritten decodiert und bewertet. Dies geschieht unbewusst und vollautomatisch. Ebenso wird jedes Erlebnis emotional markiert und für weitere Zwecke im episodischen Gedächtnis abgelegt.

Immer geht es dabei um eine überlebenswichtige Grundsatzentscheidung: Vermeide Negatives, suche Positives! „Gut für mich“ (= Freund) wird mit einem angenehmen, „Schlecht für mich“ (= Feind) mit einem unangenehmen Gefühl belohnt. Dabei ist das Gehirn auf ständige Belohnungen aus. Es ist geradezu süchtig danach.

Emotionen haben Vorfahrt im Hirn

Alles Positive führt zu einem Hinwenden und Ja – alles Negative zu einem Abwenden und Nein. Sehr stark positiv oder negativ bewertete Erfahrungen erhalten dabei immer Vorrang. Und es ist leichter, einen Lustkauf rational zu begründen, als einen Vernunftkauf zu lieben. Für Kommunikation, Werbung und Verkauf bedeutet das: Der Weg von der Emotion zur Vernunft ist leicht, der Weg von der Vernunft zur Emotion hingegen schwer.

Emotionen

Verursacht werden diese Prozesse durch Biochemie und wie Serotonin, Dopamin, Oxytocin, Cortisol und Adrenalin. Sie sagen dem Körper, wie er in einer gegebenen Situation emotional reagieren soll und leiten entsprechende Handlungen ein.

Emotionen sind also zum Ausdruck gebrachte Gefühle. Sie machen unser Innenleben öffentlich. Sie sind meist schnell da, aber, sobald sich der jeweilige Hormonspiegel normalisiert hat, auch schnell wieder weg. Stimmungen hingegen sind meist länger anhaltend und haben eine optimistische oder pessimistische Tendenz.

Der freie Wille ist gar nicht so frei

Da uns also Biochemie maßgeblich steuert, ist der freie Wille, auf den wir uns stolz berufen, gar nicht so frei. Manchmal ist das Verhalten eines Menschen so paradox, dass er selbst nicht genau weiß, wie ihm geschieht. Denn wenn uns mächtige Gefühle übermannen, fällt Impulskontrolle schwer.

„Wie konnte ich nur so verblendet sein?“, denkt man nach einer falschen Entscheidung. „Das ist mir so rausgerutscht“, entschuldigen wir uns nach einem unpassenden Wort. „Ich konnte nicht anders, es hat mich so angelacht“, mildern wir einen unnötigen Kauf. „Was hab ich mir bloß dabei gedacht?“, fragt sich jeder, der Bockmist gebaut hat.

Treffender könnte es der Volksmund kaum formulieren. Denn für das, was hinter den mehr oder weniger verschlossenen Türen des Unterbewusstseins blitzschnell und ohne unser Zutun passiert, suchen wir erst im Nachgang nach einer Begründung, die vor uns selbst und anderen plausibel erscheint. Oder wir proklamieren überzeugungsstark, warum wir das, was wir nicht haben können, gar nicht wollen.

Wir sind unaufmerksamkeitsblind

Wir sehen nur das bewusst, was unser Gehirn will. Für das meiste um uns herum sind wir blind und taub. Hirnforscher nennen das die Unaufmerksamkeitsblindheit, laut Wikipedia die Nichtwahrnehmung von Dingen und Gegebenheiten, verursacht durch die eingeschränkte Verarbeitungskapazität des menschlichen Gehirns.

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Bei einem Experiment des britischen Psychologen Richard Wisemann wurde dies besonders deutlich. Er gab einer Gruppe von Testpersonen eine Zeitung mit der Bitte, die Fotos darin zu zählen. Die meisten Versuchskaninchen brauchten dafür etwa zwei Minuten. Das Verblüffende war, dass kein Einziger die Überschrift sah, die auf der zweiten Seite in Großbuchstaben prangte:

HÖREN SIE AUF ZU ZÄHLEN – ES SIND 43 FOTOS IN DIESER ZEITUNG! Mitten in der Zeitung hatte Wiseman eine zweite riesige Überschrift platziert: HÖREN SIE AUF ZU ZÄHLEN. SAGEN SIE DEM VERSUCHSLEITER, DASS SIE DIESEN SATZ GELESEN HABEN, UND KASSIEREN SIE DAFÜR 100 PFUND! Keiner der eifrig zählenden Probanden nahm diese frohe Botschaft zur Kenntnis.

Was das für die Kommunikation bedeutet

Für jede Art von Kommunikation folgt daraus: Weniger statt mehr Stimuli bieten! Und entsprechend gilt für Onlineshops: Ordnung schaffen! Unser Hirn favorisiert anstrengungslose Informationsverarbeitung, mag es also übersichtlich, aufgeräumt und so einfach wie möglich. Und es ist ständig auf der Suche nach Risikominimierung. Positive Erfahrungen hingegen sucht es zu wiederholen.

Zudem hat es das Bestreben, Unsicherheit in Sicherheit und Fremdartiges in Vertrautes zu verwandeln. Was nicht im Zentrum unserer Aufmerksamkeit steht und was nicht an Motive andockt, die ins Gleichgewicht wollen, wird vom Hirn einfach weggeblockt. Oft wiederholte oder mit intensiven Gefühlen verbundene Erfahrungen sind in unserem Hirn tief eingebrannt und finden daher besondere Beachtung.

Um eine Veränderung herbeizuführen, also beispielsweise etwas zu kaufen, ist also ein gehöriger Erregungsgrad der emotionalen Zentren vonnöten. Ein schwacher Erregungszustand bedeutet: kann, muss aber nicht. Ein starker positiver Erregungszustand hingegen heißt decodiert: unbedingt kaufen!

Was neu ist, nützlich erscheint und unser Leben verbessert, findet im Konzert der Neuronen besonderen Anklang. Altbekanntes hingegen verursacht nur noch ein leises Hintergrundrauschen. Erst dann, wenn ein Angebot uns ein richtig gutes Gefühl verspricht, uns angenehm überrascht, fasziniert, uns gut aussehen lässt oder den Kick des Besonderen verheißt, besiegt das Habenwollen die Vernunft.

 

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Künstliche Intelligenz und die Medienbranche

Künstliche Intelligenz ist das Technologiethema der Stunde. Über ihre möglichen Folgen wird kontrovers diskutiert. So ist es nur natürlich, dass sich Medienmacher für das Thema interessieren. Doch neben dem Hype und dem damit einhergehenden Publikumsinteresse gibt es noch eine zweite Komponente, wegen derer sich Medienhäuser und professionelle Kommunikatoren mit K.I. beschäftigen sollten.

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Ähnlich wie es schon beim Aufkommen des Internets der Fall gewesen ist, erreicht auch die aktuelle Künstliche-Intelligenz-Welle die Medienindustrie als eine der ersten Branchen. Denn viele der aktuellen K.I.-Verfahren, allen voran das Machine Learning, demonstrieren ihre Leistungsfähigkeit derzeit in Feldern, die das Geschäft der Medienbranche mindestens tangieren: Verfahren zur Bilderkennung, automatische Übersetzungen, Spracherkennung, Chatbots und sogar Algorithmen die eigenständig Texte verfassen.

Dies hat einen logischen Hintergrund. Die primäre Art und Weise, in der wir Menschen unserem Denken Ausdruck verleihen, ist gleichzeitig das Handwerkszeug der Medien: Sprache. Unter K.I.- Forschern gilt es als heiliger Gral, einen Computer zu entwickeln, der Sprache tatsächlich versteht und zu intelligenter Konversation fähig ist. Ausdruck findet dies etwa im Turing-Test, dem populären Maßstab für das “Denkvermögen” einer Maschine. Der Test gilt als bestanden, wenn der menschliche Tester eine (Chat-)Konversation mit einem Computergegenüber führt, das ihn davon überzeugt, ein Mensch säße am anderen Ende. Überzeugend bestehen konnte ihn bislang noch kein Programm.

Von Bewusstsein keine Spur

Denn das mit dem Denken und der Sprache ist so eine Sache. Der K.I.-Wissenschaftler Roger Shank fasste das Problem unlängst in einem sehr lesenswerten Beitrag zusammen. Er schreibt:

“It is possible to talk about something and have the words themselves not be very telling. Background knowledge matters a lot. … You can’t understand words if you don’t know their context.”

Dies ist ein altbekanntes Problem der Forschung zu künstlicher Intelligenz. Dennoch erwecken die aktuellen Fortschritte oftmals den Eindruck, es wäre beinahe gelöst. Doch ist dem wirklich so? Shank beschreibt in selbigem Artikel die Funktionsweise der Algorithmen und nennt deren Vorgehen schlicht „Wörterzählen“. Wie ich kürzlich in meinem Beitrag Beware of Artificial Stupidity — The Risk of Misapplying Today’s AI beschrieben habe, basieren viele K.I.-Verfahren heute auf datenbasierten Ansätzen. Worte sind für die Maschine also nicht mehr als Datenpunkte, die sie auswerten und zwischen denen sie Zusammenhänge finden und so übliche Satzkonstruktionen nachbilden kann. Gleichwohl hat der Computer keinerlei Verständnis von dem, was er da schreibt oder spricht. Von Bewusstsein ist in künstlicher Intelligenz weit und breit noch keine Spur.

Das heißt natürlich mitnichten, dass Medienunternehmen und Kommunikatoren das Thema ignorieren sollten. Im Gegenteil: Richtig verstanden und eingesetzt, tun sich durchaus spannende Anwendungsfelder auf.

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Maschinenjournalisten?

Es steht nicht zu befürchten, dass Journalisten und Autoren bald flächendeckend von Maschinen abgelöst werden. Frische Ideen entwickeln, Fragen über den Zustand der Welt stellen oder neue Perspektiven einnehmen — all das sind, Stand heute, nicht die Domänen der Computer. Doch gibt es natürlich Bereiche des Jobs, in denen all dies nicht gefragt ist. Und dort kann der Computer durchaus eine interessante Alternative darstellen.

So verfassen Algorithmen heute etwa bereits eigenständig Spielberichte nach einem Sportereignis. Wichtiger Player in diesem Markt ist zum Beispiel die Firma Automated Insights, deren Produkt Wordsmith auf der Website so beschrieben wird:

“An artificial intelligence platform that generates human-sounding narratives from data”

Nach einem Basketball-Spiel etwa füttert man den Wordsmith mit den sogenannten Play-by-Play-Daten (hier exemplarisch im unteren Kasten zu finden). Aus denen konstruiert der Algorithmus dann eigenständig Sätze (wie dies genau von der Hand geht, beschreibt Kevin Roose hier). Zumindest die rein faktenbasierte Spielzusammenfassung braucht heute also nicht mehr zwingend menschliches Dazutun. Ich stelle mal die These auf: Sie war auch nie die beliebteste Betätigung unter Sportjournalisten. Daher schreibt auch Ian Crouch in seinem New Yorker-Artikel zum Thema:

“Perhaps human beat writers should make the most of this moment of technological innovation. They could leave the recaps to the algorithms, abandon the field as it were, and, newly liberated, put their knowledge and personal relationships to use in more compelling pursuits.”

Natürlich ist Sport nicht das einzige Anwendungsgebiet für derartige Technologien. Ein anderes Beispiel sind die Quartalsberichte von Aktiengesellschaften, aus denen Algorithmen heute souverän Text generieren. Oder die Firma NarrativeScience, die Unternehmen verspricht, mit ihrem Produkt Quill aus Rohdaten Management-Reports zu verfassen. Kurzum: Wer schlicht und ergreifend Daten in Worte verpacken will, kann dies heute automatisiert tun. Den Menschen ersetzt dies freilich nicht. Es nimmt ihm schlichtweg Arbeit ab. Und macht ihm neue: immerhin müssen die Tools zunächst konfiguriert werden, die Text-Ergebnisse gegebenenfalls geprüft und individualisiert werden.

Intelligente Assistenten als Content-Lieferanten

Auch andere K.I.-getriebene Entwicklungen stellen Medien vor Herausforderungen. An anderer Stelle habe ich eine Entwicklung beschrieben, die ich als “Modularisierung des Webs” bezeichne. Damit fasse ich eine Reihe von Entwicklungen zusammen, die es Content-Anbietern abverlangt, ihre Inhalte in immer mehr Formaten auf unterschiedlichen Plattformen bereitzustellen. Google AMP und Facebook Instant Articles sind heute die bekanntesten Vertreter der Entwicklung. Sie sind jedoch erst der Anfang.

Setzen sich die durch K.I. ermöglichten “intelligenten”, durch Stimme kontrollierten Interfaces vom Schlage eines Amazon Echo durch, wird dies Publisher und Inhalteanbieter vor gänzlich neue Herausforderungen stellen. Denn die Art und Weise, wie Inhalte dann zum Konsumenten gelangen, ist komplett anders als alles, was heute gelernt ist. Dazu habe ich vor einiger Zeit geschrieben:

“In the modular web, however, we don’t need to optimize our “design” for visitors of our page but we have to optimize our information/data for compatibility with different user interfaces. This sounds simple but actually alters completely how we think about “web design”. It’s so radically different that I use quotation marks. All of a sudden we don’t “operate a website” anymore but broker information and data — processed to different degrees.”

Veränderungsbereitschaft statt Panik

Automatisiertes Schreiben und intelligente Voice-Interfaces sind nur zwei Beispiele dafür, wie die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz Medien und Journalismus beeinflussen werden. Es gibt schon heute weitere Anwendungsbeispiele und in den kommenden Jahren wird ihre Zahl mit Sicherheit noch steigen.

Dennoch muss der aktuelle K.I.-Hype keinen Anlass zur Panik für Medienunternehmer und andere professionelle Content-Produzenten darstellen. K.I. wird Veränderungen mit sich bringen. Vieles, was wir heute über sie hören, sind jedoch übersteuerte Unkenrufe, die aus einem mangelnden Verständnis der zugrundeliegenden Technologie resultieren. Wer allerdings versteht, was sie tatsächlich leisten kann, wird spannende Anwendungsfelder und neue Potenziale entdecken.

Veranstaltungstipp

Passend dazu sei mir ein wenig Werbung in eigener Sache gestattet: Am 14. Oktober 2016 findet die erste Ausgabe des Digital Hills Think Tanks statt. Dahinter verbirgt sich unsere neue, kollaborative Wissensplattform. Das Thema der Ausgabe: Künstliche Intelligenz & Automatisierung der Arbeit. Gemeinsam mit spannenden Vordenkern und Experten werden wir den Themenkomplex einen Tag lang von allen Seiten beleuchten. Wenn Sie interessiert sind, besuchen Sie gerne unsere Website. Dort finden Sie alle relevanten Informationen und können sich Ihr Ticket sichern.

Digital Hills Think Tank Issue#1
Bildquellen: Pixabay, Shutterstock

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