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10 Jahre Networking auf der re:publica and more...

10 Jahre Networking auf der re:publica

Wer die „Menschen aus dem Internet“ offline treffen will, fährt Anfang Mai nach Berlin auf die re:publica. Denn dort erwartet Sie jedes Jahr die größte Ansammlung von Twitterern, Snapchattern und Digitalen, die es in Deutschland gibt.  Ein Blick in den Twitter-Stream verrät, womit sich die Onliner auf der diesjährigen Konferenz beschäftigen. 

 

Aus einer kleinen Netzwerk-Konferenz ist Europas größte Konferenz für Digitalkultur, Gesellschaft und Internet geworden. 2007 verirrten sich immerhin rund 700 Geeks nach Berlin, um sich dort auf einer kleinen Konferenz über Blogs, Social Media und Internet-Themen auszutauschen. Das ist auf der #rpTEN anders. Im zehnten Jahr ihres Bestehens werden mehr als 8.000 Gäste auf der re:publica erwartet, um drei Tage lang den Vorträgen von rund 850 Referenten aus mehr als 60 Ländern zu lauschen und miteinander zu feiern. Inhaltlich hat sich die ehemalige Blogger-Veranstaltung mit den Entwicklungen im Social Web längst weiterentwickelt.

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Influencer treffen auf der re:publica

War die re:publica zu Beginn tatsächlich eher etwas für Blogger und Geeks, die sich mit „diesem Internet“ auseinandersetzten, trifft man dort seit einigen Jahren immer mehr Unternehmensvertreter. Eine ganz normale Businesskonferenz ist die re:publica noch nicht immer nicht, will sie auch gar nicht sein. Sie wird sehr professionell organisiert und dürfte in den nächsten Tagen die Medienwelt wieder einmal dominieren, weil sie längst auch zum Treffpunkt zahlreicher Medienvertreter geworden ist, die dort zahllose Interviews mit den anwesenden Influencern durchführen.

Diese profitieren von der enormen Dichte von Internet Professionals und Influencern. Wer zum ersten Mal auf der re:publica ist, sollte nicht nur das Vortragsprogramm verfolgen, sondern die Gelegenheit nutzen, sich mit den Teilnehmern auszutauschen. Die Gespräche sind mir immer das wichtigste auf der re:publica. Deshalb freue ich mich wieder darauf, nach Berlin zu reisen. Während mein Team d.Tales bereits vor Ort ist, werde ich es jedoch erst bis Dienstagnachmittag schaffen, in Berlin einzutreffen.

Das erste Mal bin ich 2011 zur re:publica gereist und danach jedes Jahr wiedergekommen, weil mit das Event sehr gut gefällt. Deshalb bin ich in diesem Jahr zum sechsten Male dabei. Da viele Vorträge zur Auswahl stehen, findet jeder ein passendes Thema. Und wenn doch nicht: Auf der re:publica lässt sich hervorragend netzwerken.

Das ist für mich der Hauptgrund, weshalb ich in diesem Jahr nach Berlin fahre. Ich weiß, dass ich in dieser kurzen Zeit viele bekannte Menschen treffe und gute Gespräche führen kann. Das ist für mich jedes Mal ein schöner Anlass, nach Berlin auf das sogenannte „Klassentreffen“ zu fahren. Denn gefühlt ist es das noch immer, auch wenn die Veranstaltung im Lauf der Jahre gewachsen ist.

Wer sollte zur re:publica kommen?

Falls Sie das Event noch nicht kennen sollten, lohnt es sich, ein Blick auf die Vorträge des Jahres 2015 zu werfen: Auf 187 Videos können Sie sehen, wie vielfältig die re:publica geworden ist. Darüber erhalten Sie immerhin einen allerersten Eindruck.

Dennoch: Wenn Sie sich mit den Entwicklungen im Onlinebereich, speziell im Social Web befassen oder in Ihrem Unternehmen für entsprechende Themen zuständig sind, lohnt sich ein Besuch in den allermeisten Fällen. Die re:publica ist quasi ein sehr intensives Weiterbildungsprogramm, von dessen Bandbreite und Kompaktheit Sie profitieren können. Doch wie bereits erwähnt, haben Sie hier auch die einmalige Chande, „Ihre Timeline“ zu großen Teilen persönlich zu treffen sowie neue Kontakte zu knüpfen und Kooperationen anzubahnen.

d.Tales auf der re:publica

Natürlich sind wir von d.Tales auch mit einem Team auf der re:publica vertreten. Vielleicht sehen wir uns dort. Wir freuen uns auf Sie/ Euch. Wenn Sie uns persönlich kennenlernen oder treffen möchten, lassen Sie es uns wissen. Wir sind gut erreichbar in Digitalien. Ansonsten sind wir natürlich auch auf der re:publica online live dabei über unsere Kanäle bei Twitter, Instagram oder Snapchat (@d.Tales).

Folgen Sie uns bei Snapchat: d.Tales

Unser re:publica-Team:

 

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Klaus Eck

    • Twitter, Instagram und Snapchat: @klauseck

 

 

Anna-Katharina Lohre

Anna-Katharina Lohre

    • Twitter, Instagram und Snapchat: @aklohre

 

 

Insa Heegner

Insa Heegner

    • Twitter, Instagram und Snapchat: @inschka

 

 

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Franziska Stadler

    • Twitter und Instagram: @franzistadler

 

 

Jochen Hencke

Jochen Hencke

  • Twitter und Instagram: @schneeengel
  • Snapchat: @rauriser

 
 


Einen kleinen Vorgeschmack zu Snapchat gibt’s hier – wir wurden vor einiger Zeit nämlich gefragt, ob es noch andere Agenturen auf Snapchat gibt, bei denen es so viel Spaß macht, zuzusehen:

      



Direkt zum Gipfel – mit der Premiere der Direttissima

Es will etwas heißen, wenn ein Event zum ersten Mal stattfindet und 14 Stunden in den Twitter Trends Deutschland ganz oben steht. Gelungen ist das Felix Wegener mit der Direttissima, Münchens neuer Medien- und Publishingkonferenz. 17 Speaker boten ein gelungenes Potpourri aus Vorträgen, bei denen der Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand nicht zu kurz kam.

 

Beim Begriff „Direttissima“ haben wir ein Bild aus dem Bergsteigerlexikon vor Augen – den direkten Aufstieg zum Gipfel; ohne Umwege, versteht sich. Ein steiler Antritt, eine Konferenz so zu betiteln. Aber wer wagt, gewinnt. Das zeigen unter anderem zahlreiche Tweets, Posts und Instagram-Fotos.

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Was bereits die Ankündigung versprach, wurde auch gehalten: Die Referenten kamen aus den unterschiedlichsten Branchen und Umfeldern. Impulse und Ideen von der Welt außerhalb der eigenen Filterblase waren für die Teilnehmer also garantiert.

Social Media praktisch gedacht

Den Auftakt machte Dr. Christian Gries. Der Kunsthistoriker ist überzeugt, dass in Zukunft nicht mehr das Objekt im Mittelpunkt stehen wird, sondern die Besucher. Entsprechende Zahlen zeigen die Notwendigkeit der digitalen Kommunikation in Kultureinrichtungen: „The Metropolitan Museum of Art“ in New York erreicht laut Christian Gries sechs Millionen physische Besucher, 40 Millionen über die Website und 92 Millionen über die Facebook-Page. Zeit also, das physische Erleben im Museum ins Digitale zu übertragen. Das schafft das MET beispielsweise, indem es die Sammlung online nicht nur über eine kunsthistorische, sondern auch eine emotionale Nomenklatur erschließt.

Eric Jarosinski aka NeinQuarterly rief anschließend dazu auf, „Mut zum Schietern“ (sic!) zu haben. Damit wir das auch alle richtig machen, teilte der New Yorker Twitter-Philosoph wichtige Lehren, die er aus vier Jahren „erfolgreicher“ Twittererfahrung gezogen hat. Dazu zählt unter anderem der Rat „Macht was Vernünftiges. Und schmeißt es weg.“ Daran lehnte sich auch der Vortrag von Dirk von Gehlen an, der uns empfahl, viel mehr Shruggie in unser Leben zu lassen, offen zu sein für den digitalen Wandel. Was wir seit der #dico16 dazu sagen? ¯\_(ツ )_/¯
RichardGutjahr_Snapchat_ZahlenBei Richard Gutjahrs Ausführungen fühlten sich sicher ebenfalls viele ratlos, denn er nahm uns mit auf eine Reise durch Snapchat. Mit O-Tönen von der SXSW aus Austin – natürlich eingefangen in Snaps – und aktuellen Zahlen von Philipp Steuer verdeutlichte er, warum Snapchat eben mehr ist als ein Hype. Also: Snappe sich, wer kann!

Empathie schlägt Authentizität

Zwei Buzzwords die sich durch den gesamten Tag zogen, waren „Authentizität“ und „Empathie“. Immer wieder ging es um die Frage, was von beiden besser sei und darum, wie man im Social Web auftreten sollte. Für Anna Dushime, die eine syrische Flüchtlingsfamilie in ihrer WG aufgenommen hat, zählen nicht Likes und Shares, sondern, dass Hilfe auch unbürokratisch und schnell über Social Media organisiert werden kann. Ralph Gunesch, ehemaliger Fußballprofi, mahnte eindringlich, im Web echte Inhalte zu teilen, statt auf typische Marketingtexte zu setzen. Einige aktive Profis führte er dabei als unrühmliches Beispiel an.

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Auch Klaus Eck griff eines der Buzzwords in seinem Vortrag wieder auf. Er erklärte, wie man mit digitaler Empathie Stakeholder erreichen kann. Dazu ist es wichtig, in Social Media auf den zwischenmenschlichen Dialog zu setzen, Gesicht zu zeigen und die digitale Angst zu besiegen. Unternehmen sollten dabei jedoch bedenken, dass sie online für das gemeinsame Verständnis mehr kommunizieren müssen. Mit der Frage „Schnitzel oder Blowjob?“ setzte Theresa Lachner die Überlegungen zum emotional Branding fort. Leander Wattig zeigte im Folgenden, dass persönliche Treffen trotz aller digitalen Vernetzung noch immer unschlagbar sind.

Was wir mitnehmen

Es gäbe noch so viel mehr über die Direttissima und die hervorragenden Vorträge zu berichten. Zum Beispiel, dass Bergsteigen und Business mehr gemeinsam haben als wir dachten (etwa doppelt so viel, um genau zu sein), wie man Genuss als Marke etabliert, warum Frauen unbedingt Coden lernen sollten, in welche Richtung es in Zukunft beim Thema Zusammenarbeit geht, warum München ein eigenes Coding-Cafe braucht, was wir gegen Plagiate unternehmen können und warum wir manchmal einfach etwas mutiger sein sollten. Die Direttissima lässt sich in keine Schublade stecken und gerade das macht ihren Charme aus.

Direttissima_OrgaCharme hatte auch die Location in der alten Kongresshalle, die man dank hervorragender Organisation gar nicht verfehlen konnte. Felix Wegener hat mit seinem Orga-Team, in dem auch meine Kollegin Insa fleißig mitgewerkelt hat, eine Menge Herzblut in die Vorbereitung gesteckt, was in vielen Details deutlich wurde.

Was bleibt? Wir freuen uns auf die #dico17! Es gibt doch eine Fortsetzung, oder? ¯\_(ツ )_/¯

Weitere Berichte von der Direttissima gibt’s hier:

 

Bildquellen: Direttissima, Marlene Körber

      



Das Ohr kauft immer mit

Das Blubbern der Harley, das Röhren eines Ferraris, der Begrüßungssound, wenn der Laptop hochfährt, das Gerassel von Spielautomaten, all diese Geräusche haben eines gemeinsam: Sounddesigner haben sie gemacht. Und diese wissen: Aus Molekülen in der Luft, die mal schneller, mal langsamer auf unser Trommelfell platzen, lässt sich ganz schön viel Umsatz generieren.

 
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Eigentlich ist Audiobranding ganz leicht. So weiß doch jeder aus eigener Erfahrung, welch wohltuende Auswirkungen Musik auf Leib und Seele haben kann. Dabei werden vor allem die positiven Gefühle, wie Untersuchungen zeigen, durch Musik stark unterstützt. Musik erhöht nämlich die Stoffwechselaktivität in Gehirnarealen, die für Motivation, Belohnung und Erregungskontrolle zuständig sind.

Deshalb sollte man seine Kunden in einen anregenden Klangteppich einbetten. Wer entspannt ist, kann sich öffnen. Und das umfasst sowohl die Aufgeschlossenheit für neue Ideen als auch die Bereitschaft zum Geldausgeben. Wer entspannt ist, verlangsamt seinen Schritt und bleibt auch gern länger. Und wer länger bleibt, der kauft mehr. In einem angespannten Zustand hingegen funktioniert all das nicht.

Alle Geräusche sollten also, selbst wenn sie unumgänglich sind, so angenehm wie möglich sein. Denn jedes Geräusch verursacht Gefühle: ein Ziehen im Bauch, ein Anspannen der Muskeln, ein schnelleres Atmen, erhöhte Aufmerksamkeit, vielleicht sogar Gänsehaut. Positive Gefühle lösen eine Hin-zu-Reaktion aus, negative ein Weg-von-Verhalten, weshalb die guten Klänge gestärkt und die schlechten eliminiert werden müssen.

Über Sounddesign und Meister der Klänge

Automarken sind Meister der Klänge. Aus den Ansauggeräuschen des Motors und dem Mündungsklang am Auspuff eine unverwechselbare Symphonie zu komponieren, das hat ziemlich wenig mit reiner Mechanik zu tun. Der Zielsound dafür wird in Akustiklaboren entwickelt. Die Sportlichkeit eines Fahrzeugs wird unter anderem an der Erhöhung des Geräuschpegels beim Gasgeben gemessen.

Viel Wert wird auch auf weitere Geräusche gelegt: das Einrasten der Schalter, das Betätigen der Reglerknöpfe und Fensterheber sowie der von einem kleinen Lautsprecher erzeugten Ton der Blinker, die im Takt der Leuchtlampe ticken. Das warme, satte Geräusch beim Türzuschlagen will schließlich sagen: Häkchen dran. Das wäre geschafft. Heil wieder zu Hause.

Warum solche Mühe? Was besser klingt, darf auch teurer sein. So ist jeder Ton eine Botschaft, die den Wert eines Produktes entweder erhöht oder verringert. Und gerade in Zeiten, in denen jede Werbepause zum Spiel mit Tablet oder Smartphone genutzt wird, sind Soundlogos und Audiobranding zwecks Wiedererkennung überaus wertvoll.

Das Ohr isst auch immer mit

woman-eating-cookies.shutterstock_59168200In der Lebensmittelindustrie arbeiten Heerscharen von Ingenieuren an der Entwicklung passender Beißerlebnisse. Auf ihr Konto geht zum Beispiel das typische Knacken, wenn man in ein Magnum-Eis beißt. Auch die einzigartige Crunchiness der Kellogg’s Corn Flakes wurde in Sound-Laboren entwickelt.

Bahlsen hat eine eigene Forschungsabteilung für den Klang seines Gebäcks. Dazu wird am Rezept, an der Textur und an der Temperatur beim Ausbacken gefeilt. Soll ein Keks eher zart sein, werden mehr Streichfette zugesetzt. Soll er möglichst hart sein, wird ein Getreide verarbeitet, das gröber gemahlen ist.

Bei Bahlsen hat man auch herausgefunden, dass jüngere Verwender eher stark knusprige, also „laute“ Produkte favorisieren, wohingegen ältere Verwender eher zu zartem, mürbem und weniger geräuschintensivem Gebäcken greifen.

Vertraute Geräusche wiegen in Sicherheit

Das typische Zischen beim Öffnen einer Bierdose oder der Klack, wenn man am Marmeladenglasdeckel dreht, sind akustische Zeichen für Frische und Sauberkeit. Hören wir sie nicht, schlägt unser zerebrales Gefahrenradar sofort Alarm. „Verwende das lieber nicht“, raunt es uns zu. Sogleich vergeht uns die Lust, und wir lassen lieber die Finger davon. Ohne eigentlich so recht zu wissen, warum.

Auch das Lärmen von Haushaltsgeräten oder Elektrowerkzeugen kann Gefühle auslösen. Die typischen Klänge sind gelernt und vermitteln uns einen Eindruck von der Funktion der Produkte. Was nicht zusammenpasst, irritiert. Was scheppert, wirkt billig. Gediegene, volle und satte Geräusche hingegen bürgen für Qualität. Sie sind unverzichtbar, wenn ein Produkt hochpreisig ist.

Geräusche können uns in Sicherheit wiegen – oder vor Gefahren warnen. Bei einer Maschine möchte ich nicht nur ein visuelles, sondern auch ein akustisches Signal, das mir sagt, ob sie läuft oder steht. Klänge kommen im Gehirn viel schneller an als ein Bild. Im Ernstfall kann das Leben retten. Deshalb möchte ich, so schreibe ich in Touch.Point.Sieg, im Hotel immer auch hören, dass die Tür tatsächlich ins Schloss fällt, wenn ich mein Zimmer betrete oder verlasse.

Es gibt noch so viel zu tun

Webshops könnten sehr viel von den Feedback-Prozessen lernen, die die Autobauer geschaffen haben. Ein zartes Wuff könnte mir signalisieren, dass die Ware tatsächlich im Warenkorb gelandet ist, ein leises Pling meine Eingaben zu Versandadresse und Kreditkartennummer bestätigen und ein kleiner Tusch mit mir jubeln, wenn ich den Jetzt-kaufen-Button erfolgreich angeklickt habe.

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„Danke. Und ganz viel Freude damit“, könnte schließlich eine freundliche Stimme sagen, und damit Vorfreude schüren. Für Onlineanbieter ist all das ganz einfach. Sie können in Echtzeit testen, was beim Nutzer die beste Wirkung erzielt, und innerhalb kürzester Zeit optimieren. Sie sind digitalen Neuerungen gegenüber meist ungemein aufgeschlossen und schon allein deshalb den Offlinern um Meilen voraus.

Soundingenieure werden in Zukunft jede Menge Arbeit bekommen, denn viele der Sensoren, die Geräte und Maschinen miteinander verbinden, brauchen Klangmuster. Dabei wird es fortan um viel mehr als ein Klicken und Klacken oder Piepsen und Plingen gehen. Jeder Roboter braucht Bio-Geräusche, wenn er bei der Arbeit ist. Und jedes Gerät braucht seinen eigenen Sound, um sich von anderen zu unterscheiden.

 

Bildquelle: Shutterstock

      



Was sich gut anfühlt, kaufen wir gerne

Allein die Berührung eines Objekts erhöht die Bereitschaft, es auch zu kaufen. Und je mehr die Fingerspitzen zu tasten haben, desto wertvoller wirkt das Produkt. Die Haptik zu optimieren und dem Tastsinn etwas zu tun zu geben, kann also sehr umsatzförderlich sein.smartphone_bildschirm_hand_shutterstock_268609265

Ein Hauptgrund für den immensen Erfolg des iPhones? Es war das erste Telefon, das wir streicheln konnten. Es macht unsere Fingerspitzen zu kleinen Schöpfern. Die intuitive Bedienung verschafft uns schnelle Erfolgserlebnisse und schenkt uns den Zustand des Flow, was unser Hirn in einen Glücksrausch versetzt. Und jede Art von Rausch macht uns süchtig.

Die streichelnden Bewegungen erzeugen Intimität und Verbundenheit. So sind alle Voraussetzungen dafür geschaffen, sich in das Gerät „verlieben“ zu können. Die Apple-Stores sind zudem konsequent darauf ausgelegt, dass Besucher die Geräte in die Hand nehmen, herumspielen, ausgiebig erforschen und ausprobieren, um sich so mit ihnen vertraut machen zu können. Und Vertrautheit erzeugt Vertrauen.

Was Studien herausgefunden haben

Der Neurowissenschaftler Jürgen Gallinat aus Berlin hat mithilfe von Tomographen (MRT) bewiesen: Apple-Geräte aktivieren Bereiche im Hirn, die für „Menschen mögen“ zuständig sind. Zu ihnen lässt sich also eine Beziehung aufbauen. Andere Handys hingegen wurden nur in der zerebralen Region für Objekterkennung verortet.

So ist es kein Wunder, dass die Managemententscheidung, bei Tasten zu bleiben, dem eckigen, kantigen Blackberry beinahe den Todesstoß gab. Für unser Hirn macht es eben einen Riesenunterschied, ob wir wo in die Tasten hauen oder etwas zum Streicheln bekommen. Selbst knallharte Businessleute spielen ganz gerne rum.

Darüber hinaus hat eine Untersuchung ergeben, „dass es einen Unterschied macht, ob ich per Touchscreen oder per Mausklick einkaufe“ sagt Haptik-Experte Olaf Hartmann vom Multisense Institut. „Die Wertschätzung gegenüber einem Produkt steigt über 40 Prozent mit dem Touchscreen. Dieser ist stärker interaktiv, der Kunde kann das Produkt mit Gesten bewegen, vergrößern oder verkleinern.

Durch die Berührung des Produkts auf dem Bildschirm entsteht eine psychologische Inbesitznahme, die normalerweise so stark nur beim realen Berühren zu beobachten ist.“ Die Konsequenz für Anbieter und Betreiber im Markt? Möglichst viele Aktivitäten auf das Smartphone zu verlagern. „Mobile first“ erhält damit eine zusätzliche Dimension.

Haptik hat viele Dimensionen

Die haptische Wahrnehmung umfasst folgende Elemente:

  • die Textur eines Materials (rau, glatt, metallisch usw.)
  • die Form eines Objekts (rund, eckig, spitz usw.)
  • den Aggregatszustand (fest, flüssig, dampfig usw.)
  • das Temperaturempfinden (kalt, lauwarm, heiß usw.)
  • das Gewichtsempfinden (leicht, schwer usw.)

Zum Beispiel vermittelt Schweres den Eindruck von Güte. So werden die Fernbedienungen von Bang & Olufsen mit zusätzlichen Gewichten bestückt, um die Qualitätsanmutung zu erhöhen. Beim haptischen Design geht es darum, den Dingen eine einzigartige und unverwechselbare Form zu geben, die man auch in meterlangen Supermarktregalen sofort wiedererkennt.

Zudem können vorhandene Strukturen, wie etwa die Textur von Holz oder Leder, in einem Prospekt originalgetreu wiedergegeben werden. Schließlich geht es darum, Strukturen zu erschaffen, die den Tastsinn erfreuen. So hat ein Bäcker seine Theke mit einem beheizbaren Stein bestückt. Darauf wird die Übergabe der gekauften Ware zelebriert.

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Beispiele gibt es genug

Der Kreuzfahrtenanbieter Aida hat mal ein Mailing an seine Stammkunden in zwei Varianten geschickt, um den Mehrwert der Haptik zu testen. Eine Variante enthielt nur schriftliche Unterlagen mit der Botschaft: „Kommen Sie bald wieder an Bord.“

Die andere Variante enthielt zusätzlich ein flauschiges, weiß-gelb gestreiftes Aida-Minihandtuch, so wie es die Schiffsgäste vom Sonnendeck kennen. Es duftete zudem nach Sonnenmilch. „Im Vergleich zum Standard-Mailing erzeugte das multisensorische Mailing 41 Prozent mehr Response in Form von Reisebuchungen“, erläutert Olaf Hartmann.

Die Kinderhilfe Organtransplantation (KiO), eine gemeinnützige Organisation, die organtransplantierte Kinder und deren Familien unterstützt, appellierte mit einer besonderen Aktion an die Großherzigkeit ausgewählter Empfänger. Diese erhielten ein aufmerksamkeitsstarkes Adventsmailing, dessen wärmeresistente Verpackung an die Transportbox eines Transplantats erinnerte.

Diese enthielt etwas ganz Außergewöhnliches, nämlich das „einzige Organ, das niemand braucht“: Ein Herz aus echtem Eis, das sofort zu schmelzen begann, wenn der Empfänger es in seine Hände nahm. Ein Spendenzuwachs von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr war das Ergebnis.

Die Haptik und das Digitale

roboter_finger_touch_shutterstock_335493701Was die haptische Zukunft uns bringt? Sensorhandschuhe und Fingerclips können die Texturen von Objekten längst simulieren. Seit vielen Jahren arbeitet die Robotik daran, die visuelle und auditive Informationsverarbeitung in Maschinen zu integrieren. Nun liegt eine viel größere Herausforderung vor den Ingenieuren: einen technischen Tastsinn zu entwickeln und zu implementieren.

Sobald die kraftstrotzenden Industrieroboter eine Art Haut bekommen, mit der sie zu fühlen in der Lage sind, können wir sie aus ihren Käfigen entlassen und mobilisieren. Denn ein Roboter darf keinen Menschen verletzen. Das ist ein eisernes Gesetz.

Google arbeitet zusammen mit Levi’s an einer intelligenten Jeans, die in der Lage ist, Handys und Tabletcomputer zu steuern. Anrufe können beispielsweise per Wischgeste, etwa durch Streichen über die Hosentasche, entgegengenommen werden, ohne das Smartphone aus der Tasche holen zu müssen. „Das erreichen wir, indem wir leitfähige Fäden in den Stoff einarbeiten“, erklärt Projektleiter Emre Karagozler.

Die kleinen Fäden sind dabei mit Chips verbunden, welche wiederum die Größe eines Knopfes haben. Die smarten Hosen und das mit der neuen Technologie bestückte Material kann wie normale Stoffe behandelt, gewaschen und gedehnt werden. Man kann sich gut vorstellen, dass eine solche Technologe für die verschiedensten Zwecke einsetzbar ist. Weitere Beispiele zum Thema in Touch.Point.Sieg.

 

Bildquelle: Shutterstock

      


Wie Schönheit das Kaufverhalten steuert

Ist Ihnen eigentlich klar, wie besessen Sie von Ästhetik und Schönheit sind? Oder würden Sie ein hässliches Produkt kaufen, wenn es ein zweites, schöneres gäbe? Wer die richtigen Spielregeln kennt, kann in der Welt der Produkte, der Marken und des Designs durch eine ansprechende Optik ordentlich punkten.

Hässlichkeit verkauft sich schlecht. Wohlgeformte Produkte und optische Schönheit hingegen erzeugen Verlangen. Beides sorgt auch für mehr Preistoleranz. Verbunden mit einer wegweisenden Technologie ist ein ansprechendes Design dann unschlagbar. In der Industrie 4.0 wird es dazu ein reiches Betätigungsfeld geben.

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Was wir sehen, aktiviert mentale Konzepte

So schließen wir vom Schriftbild einer Speisekarte auf die Kochkünste des Maitre. Ist die Typo grob, erwarten wir eine bodenständische Küche. Feine, elegante Schriften deuten auf Sterne-Niveau. Auch in Online-Shops schließen wir vom Look auf die Qualität und den Preis.

Selbst Farben kommunizieren. Sie symbolisieren Stimmungen und lassen auf Eigenschaften schließen. So sprechen wir von kalten und von warmen Farben. Rot ist warm, aber auch aggressiv. Es ist die Farbe des Handelns. Blau wirkt seriös und steht für Kühle und Distanz. Grün ist beruhigend, die Farbe der Natur, der Harmonie, der Gesundheit.

Kräftiges Gelb und grelles Orange sind Signalfarben, sie vitalisieren und stehen für Optimismus, aber auch für Schnäppchen und Sonderpreise. Silber steht für Technologie und Effizienz. Schwarz und Gold sind die Farben der Macht und des Luxuslebens. Farben wirken übrigens noch emotionaler, wenn man ihnen bildhafte Namen gibt, also zum Beispiel: pechschwarz, kornblumenblau, kirschrot oder pfefferminzgrün.

Auch die Farbwahl entscheidet über Erfolg

Farbpräferenzen sind geschlechterspezifisch. Und nein, die Lieblingsfarbe der Frauen ist nicht Pink. Bei Männern steht Pink sogar am Ende der Beliebtheitsskala. Darum nennt die Telekom ihre Markenfarbe wohl nicht Pink, sondern Magenta. Klarer Favorit bei beiden Geschlechtern ist übrigens Blau, gefolgt von Rot und Grün.

Blau ist deshalb auch die Farbe der Links. Professionelle Onlineanbieter haben sogar intensiv ausgetestet, welcher Blauton am besten performt. Und ein Experiment der Marketingplattform Hubspot ergab, die beste Farbe für Call-to-Action-Schaltflächen sei Rot. Diese erzielten über 21 Prozent mehr Aufmerksamkeit als grüne Schaltflächen.

Entspricht im Lebensmittelbereich eine Farbe nicht den Erfahrungen und Erwartungen, ist man verwirrt. So darf ein Vanillepudding nicht schokobraun sein. Rot signalisiert Reife und Süße. Gelb verbinden wir mit Zitronenaroma, Grün mit einem säuerlichen oder herben Geschmack. Das erklärt zum Beispiel, weshalb in der Gummibärchen-Tüte doppelt so viele rote wie grüne Exemplare stecken.

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Menschen haben für unser Gehirn erste Priorität

Wenn unser Hirn sich Bilder anschaut, sucht es darin immer zuerst nach Menschen. Das wurde mit Augenkameras ausgetestet. Menschen haben Vorrang vor Dingen. Ein Gesicht zieht jeden Betrachter wie magisch an, und im Gesicht sind es besonders die Augen. Also müssen Sie dafür sorgen, dass das Gesicht dorthin schaut, wo ein wichtiger Inhalt ist.

Solches Wissen kann dem Produkt helfen, das Sie verkaufen wollen. Warum das funktioniert? Vollautomatisch folgen wir der Blickrichtung eines anderen Menschen, denn im Zweifel sieht der etwas, was wir nicht sehen können. Zum Beispiel einen Feind, der sich von hinten nähert. Oder etwas anderes von großem Interesse.

Der Sehsinn: in der digitalen Welt überaus wichtig

Auch im Internet funktionieren Bilder mit Menschen am besten. Selbst grafische Stellvertreter (Avatare) und menschenähnliche interaktive Helfer werden, wie WhiteMatter Labs bei Forschungsarbeiten herausgefunden hat, auf der Website als Erstes betrachtet. Auf deren Mimik reagierten die Versuchspersonen mit einer Steigerung der emotionalen Aktivierung.

Und sie folgen den Handbewegungen des virtuellen Beraters. Solches Wissen erschließt den Anbietern die Möglichkeit, die Blicke der Internet-User gezielt zu steuern und das Kauf-Ja zu fördern. Besonders viel Wohlwollen entsteht, wenn der digitale Einkaufsbegleiter nach dem Klick auf einen Aktionsbutton lächelt. Ein deutliches Umsatzplus ist dann die Folge.

Solche Mechanismen werden zum Beispiel via Eye-Tracking ermittelt. Dabei folgt eine Kamera dem Blickverlauf der Probanden und erstellt eine sogenannte Heat-Map mit den Punkten, die besonders intensiv betrachtet wurden. So können im Internet verschiedene Motive auf ihre Wirkung hin live getestet und zügig optimiert werden.

Warum VR-Brillen zum Verkaufsschlager werden

virtualreality_brille_vr_shutterstock_248781925Jede Art von Bewegung erreicht unsere Neuronen schneller als statische Informationen. Denn Bewegungen signalisieren dem archaischen Hirn eine potenzielle Gefahr. Andererseits sind Bewegungen sehr faszinierend, weil mehrere Sinne daran beteiligt sind.

Der zu erwartende Hype von Virtual-Reality-Brillen, um den das Fachwort Immersive Experience kreist, ist geradezu logisch, wenn man Multisensorik versteht. Denn mehrfach sinnliche Erfahrungen und Mittendrin-Erlebnisse sind nun mal stärker als Texte und statische Fotos. Und das gefühlte Eintauchen in ein Erlebnis ist stärker als ein „nur“ gedankliches, wie es via Storytelling entsteht. Deshalb wird dieser neue Touchpoint, den ich in meinem Buch „Touch.Point.Sieg“ näher beschrieben habe, ganz sicher eine Erfolgsstory werden.

Doch egal, was mit VR-Brillen alles möglich sein wird: Unser Verlangen wird niemals erlöschen, virtuellen Zauber, wenn machbar, real zu erleben und zu genießen, magische Momente einzufangen, den Emotionen freien Lauf zu geben und neue Eindrücke mit eigenen Augen einzufangen. Denn wir Menschen sind nun mal Gefühlswesen. Und wir sind Augentiere.

 

Bildquelle: Shutterstock

      


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